10.04.2016: FC Rheineck : FC Triesenberg 0:0 (0:0)

Ein total verrückter Spieltag liegt in der Luft.

Die punktgleichen Tabellenführer Ruggell und Schaan verlieren ihre Partien gegen Teufen und Goldach gleichermassen mit 2:0 beziehungsweise 0:2. Staad muss im Heimspiel gegen Diepoldsau in der 90. Minute den Ausgleichstreffer hinnehmen und verpasst dadurch die Tabellenführung. DSC_2837

Nehmen die Rot-Blauen diese Steilvorlage dankend an oder versagen am Ende womöglich die Nerven? Mit einem Sieg können die Rot-Blauen bis auf sechs Punkte an die vorderen Tabellenplätze heranrücken.

1. Halbzeit

Beide Teams wollten kontrolliert und ohne unnötiges Risiko in das Spiel reinkommen. DSC_2891

Der Gast aus Triesenberg gewährte dem Heimteam erstaunlich viel Platz. Die Hausherren ihrerseits wussten damit aber noch wenig anzufangen. Eine wirkliche Vorwärtsbewegung war noch nicht auszumachen. Rheineck wollte zwar, konnte irgendwie aber noch nicht. DSC_2910DSC_2918

Die Rot-Blauen liessen den Ball gekonnt zwischen der Aufbau- und Vorbereitungszone zirkulieren. Torhüter Marco Dietsche spielte sehr gut mit und bot sich immer wieder für Rückpässe an. Je länger der Ballbesitz für die Rheinecker aber andauerte, desto mehr Ungenauigkeiten traten auf.

So auch in der 10. Minute als Rheineck völlig unnötig den Ball verplemperte und Triesenberg plötzlich im 1 gegen 1 auf Torhüter Marco Dietsche zusteuerte. Mit einem Bis Save (!) verhinderte Dietsche den Rückstand seiner Mannschaft.

Beim Heimteam haperte es gewaltig an der Genauigkeit, die letztlich auch mit der Konzentration zu tun hat. Der Kopf war schneller als die Füsse. Probleme bei der Ballannahme und viel zu viele Fehlpässe waren die Folge.DSC_2907

Auf fast jeden Angriff der Gäste ging ein Ballverlust der Rheinecker voraus.

Triesenberg schaltete blitzschnell und gekonnt von der Defensive in die Offensive um. Die Rheinecker Abwehrviererkette mit den beiden Routiniers Nicola Di Gregorio und Pascal Lichtenstern war aber stets zur Stelle. Zusammen mit Sezer Bingöl und Raoul Marino nahmen sie gleich mehrfach gefährlichen Angriffen den Wind aus den Segeln. Und tat sich vereinzelt dann doch eine Lücke auf, dann stand da ja noch der bärenstarke Keeper Marco Dietsche. DSC_2874

Zwischen der 20. Minute bis zum Halbzeitpfiff hätte Rheineck zwingend in Führung gehen müssen.

In der 24. Minute wurde der beidfüssige Blerim Ibrahimi perfekt im Strafraum angespielt. Anstatt direkt zum Torschuss anzusetzen und die wahrscheinlich sichere 1:0 Führung zu erzielen, zeigte sich der bemühte Angreifer zu ballverliebt und die Chance war weg.

In der 26. Minute folgte der nächste Hochkaräter für die Rot-Blauen. Schlitzohr und Ballkünstler Stefano D’Amico vernaschte in der Vorwärtsbewegung gleich zwei Gegenspieler und brachte sich im Strafraum optimal für einen Torschuss in Position. Aber anstatt zu schiessen, folgte ein weiteres Dribbling, ein Dribbling zu viel. Und der Ball war weg.DSC_2980

Stefano D’Amico war es leider auch, der bei einer anderen Aktion positionstechnisch gesehen einen kurzen Moment lang im Schilf stand und dadurch einen perfekten Querpass von Michael „Zecke“ Hausmann in den Strafraum verpasste. DSC_2975

Triesenberg spielte äusserst clever. Die Gäste aus dem Ländle standen kompakt und liessen sich nicht zu irgendwelchen unkontrollierten Aktionen hinreissen. Viel mehr war es das Fanionteam des FC Rheineck, das in der Vorwärtsbewegung mit teilweise stümperhaften Ballverlusten gefährliche Kontermöglichkeiten auf dem Silbertablett servierte.

In der 28. Minute verhinderte einmal mehr Marco Dietsche den Rückstand. DSC_2958

In den letzten Minuten vor der Halbzeitpause drängten die Rot-Blauen geradezu auf den Führungstreffer. In der 38. Minute folgte dann auch die bis dahin beste Torchance für die Rheinecker. Wieder war es Blerim Ibrahimi, der im Strafraum angespielt wurde. Sein Abschluss landete aus nächster Nähe am Aussennetz. DSC_2964

0:0 Pausenstand.

2. Halbzeit

Es war noch nicht einmal ein Minute gespielt als schon fast ein Hauch von Ratlosigkeit durch die Ränge zog. Das gibt es doch nicht!

Der FC Rheineck legte wie die Feuerwehr los und lancierte einen Angriff über die rechte Hausmann-Seite, der perfekt für Ibrahimi auflegte. Ein geschätzter Meter Distanz zwischen Stürmer und Torhüter reichte nicht aus, um endlich in Führung zu gehen. Im allerletzten Moment brachte ein Verteidiger den Fuss dazwischen. DSC_3267

In der 47. Minute zeigte auch der Torwart vom FC Triesenberg sein ganzes Können. Der Distanzschuss von Gabriel Macedo hätte gepasst.

Triesenberg blieb seinem Rezept treu. Auf Ballverluste warten und zum Konter ansetzen. Nach 70. Minuten hätte es auch 1:1 oder 2:2 stehen können. Ein Blick auf die Tabelle genügt um festzustellen, dass mit Rheineck und Triesenberg die offensiv schwächsten Teams aufeinandertreffen. Tore sind Mangelware, folglich überrascht auch das 0:0 nicht. DSC_3277

Das Glück trägt auch heute definitiv kein Trikot der Rot-Blauen.

Der eingewechselte Manuel Baumann verpasste in der 89. Minute eine Flanke von Sezer Bingöl um Haaresbreite. Der Offensivmann war sichtlich überrascht, dass der Verteidiger die Hereingabe nicht klären konnte. Besonders bitter für Baumann war, dass das Tor bei dieser Aktion mehr oder weniger leer stand. DSC_3076

Der FC Rheineck kämpfe bis zum Schluss und zeigte grosse Laufbereitschaft. In der letzten Aktion der Partie folgte dann einmal mehr der Beweis, dass der Fussballgott auf der Stapfenwies definitiv kein Goalgetter war. DSC_3292DSC_3249

Gabriel Macedo trat aus vielversprechender Distanz zum Freistoss an. Alle rechneten mit einer Flanke, aber Macedo fasste sich ans Herz und zirkelte den Ball auf den 1. Pfosten. Leider prallte die Kugel nur an den Pfosten. Wieder Pech.

0:0 Schlussresultat.

Klar ist das Resultat nicht zufriedenstellend, aber trotzdem kann und will ich nicht in der für den Fussball typisch stammtischmässigen Art und Weise alles schlecht reden. Siege, selbst wenn sie auf dem Papier noch so klar erscheinen mögen, wachsen nun Mal nicht an den Bäumen. Und ebenso wenig verteilt der Gegner Geschenke.

Mit Blerim Ibrahimi, Stefano D’Amico und Serkan Aktas hatten wir heute drei Stürmer auf dem Platz. Mit Gabriel Macedo und Michael Hausmann bekamen wir aus dem Mittelfeld zusätzliche Power über die Flügel. Offensiver kannst du nicht mehr aufstellen.

DSC_3250Meine Spieler haben bis zur letzten Minute gekämpft und dafür ordentlich Kilometer abgespult. In der 88. Minute die Riesenchance von Manuel Baumann und in der 95. Minute der Pfostenschuss von Gabriel Macedo. Um zu gewinnen braucht es in solchen Situationen auch Mal das nötige Quäntchen Glück, aber das haben wir im Moment einfach nicht.

Uns fehlen der Killer-Instinkt und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Die Lust zu siegen soll grösser sein, als die Angst zu verlieren. Auch wenn wir schon Fortschritte erzielt haben, so ist bei den Spielern noch immer eine gewisse defensive Rückhaltung zu spüren. Womit das zu tun hat, weiss ich nicht. Gewissermassen muss jeder zuerst einmal die defensiven Fesseln ablegen. Ein kleiner Torhunger ist zwar da, aber noch nicht der blutrünstige Kohldampf darauf, die Dinger endlich reinzustopfen!

Offensiv spielt man nicht von heute auf morgen. Defensiv zu trainieren, also mehr oder weniger nach Lehrbuch, ist einfacher zu trainieren als offensive Fertigkeiten anzueignen. Wir haben heute Punkte liegengelassen, weil wir uns in der Vorwärtsbewegung teilweise einfach dilettantisch verhalten haben.

Fehler in der Ballannahme, Zuspiele ins Nirgendwo, viel zu einfache Ballverluste, kein Zug aufs Tor usw. Es leuchtet ein, dass Ballverluste in unserem System automatisch eine Kontermöglichkeit für den Gegner bedeutet. Von einem Spieler der 1. Mannschaft denke ich aber auch erwarten zu dürfen, dass er die technischen Basics beherrscht. Nichts gegen Flüchtigkeitsfehler, solange sie die Ausnahme bleiben. Heute waren sie leider eher die Regel.

Wir haben jetzt zweimal Unentschieden gespielt. Das nehmen wir so zur Kenntnis und arbeiten professionell weiter. Wir werden früher oder spätere unsere Tore schiessen, daran habe ich keine Zweifel. Aber nur zu wissen, wie es theoretisch funktionieren soll, aber keine Übung darin haben und vor allem keine Erfolgserlebnisse damit verbinden können, bringt nichts.

Jedes Training macht uns stärker. Jedes Spiel macht uns besser. Und wir wissen, was wir zu tun haben. Jeder von uns muss zuerst seine Stärken und die Gruppendynamik kennen, vorher können wir kein nachhaltiges Fundament aufbauen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Pascal Frommenwiler
FC Rheineck 1

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Ein Kommentar zu 10.04.2016: FC Rheineck : FC Triesenberg 0:0 (0:0)

  1. Hänsler Beatrice sagt:

    Jungs, ihr habt zwei neue Fans! Mr Propper und sein Mitbringsel. Ihr seid eine tolle Mannschaft. War toll euch zu knipsen und war zugleich auch meine Nikonische Sport knipser Première. Wir drücken euch für das nächste Spiel die Daumen!

    Gruss Wolfi und Bea

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