17.05.2015: SC Brühl : FC Goldach 2:1 (0:1)

Abstiegsangst und Aufstiegshoffnung treffen aufeinander.

Auf der einen Seite haben die Brühler noch drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Auf der anderen Seite fehlen dem FC Goldach lediglich drei Zähler zur Tabellenführung. 

Ein Unentschieden hilft keinem Team so richtig weiter.

1. Halbzeit

Beide Mannschaften starteten gut in die Partie.

Bereits in den Anfangsminuten verdeutlichte Goldach, weshalb man in 15 Spielen erst 3 (!) Niederlagen hinnehmen musste. Das Team von Emidio Iacobozzi spielte sauberes Positionsspiel und war mehrheitlich in Ballbesitz.

In der 5. Spielminute liessen die Gäste erstmals ihre Angriffsstärke und Schnelligkeit aufblitzen. Eric Hug konnte auf Kosten einer gelben Karte die drohende Gefahr gerade noch verhindern.

Der FC Goldach variierte zwischen einem 4-4-2 und 4-2-3-1 System.

Wie schon im Spiel gegen Amriswil konzentrierte sich das Team von Trainer Pascal Frommenwiler vorerst auf die Defensive. Ein durchaus probates Mittel gegen potentielle Aufstiegskandidaten. Gegen Amriswil resultierte am Schluss ein 1:1.

In der 20. Minute wurde den Gästen ein Freistoss aus vielversprechender Position zugesprochen. Mit einem Gewaltschuss hämmerte der Goldacher das Leder an den Pfosten. Den Aufprall hörte man durchs ganze Grüningerstadion.

Glück für den SCB 2!

Nach der erfolgreich überstandener Anfangsphase zeigten sich jetzt auch die Brühler etwas offensiver.

Das Mittelfeld mit Joshua Keller, Eric Hug, Noah Grüter und Niklas Roelli arbeiteten sowohl in der Defensive als auch in der Offensive sehr gut zusammen. Durch schnelle Positionswechsel sorgten sie für eine hohe Dynamik.

Goldach hatte sichtlich Mühe mit den vertikalen Zuspielen knapp vor ihre Abwehr. Manuel Laski, der als hängende Spitze spielte, konnte den Ball sehr gut halten und ermöglichte dadurch das Aufrücken des Mittelfeldes.

Mit schönem Kombinationsfussball über die Seiten erspielte man sich vielversprechende Offensivaktionen.

In der 30. Minute kam es jetzt auch für die Brühler zu einer Standartsituation aus gefährlicher Distanz. Gekonnt zirkelte Eric Hug den Ball links an der Mauer vorbei ins untere Eck. Sein Schuss hätte auch gepasst, wenn nicht noch Torhüter Sacha Wüthrich mit einer Glanzparade zur Stelle gewesen wäre.

Kurz vor dem Pausenpfiff nahm das Spiel nochmals richtig Fahrt auf.

Zaafir Giger, der als Sechser vor Nicolas Welte, Remo Kleinheinz, Fabian Nufer und Samet Ceran spielte, war Dreh und Angelpunkt im Brühler Aufbauspiel. Dank seiner enormen Laufbereitschaft und dem Verständnis für das Spiel ohne Ball, dominierte er seine direkten Gegenspieler in allen Belangen. Auch die Brühler Abwehr mit Kapitän Fabian Nufer liess wenig bis gar nichts anbrennen. Ebenso Nicolai Grob bewies einmal mehr, weshalb ein starker Torwart die beste Lebensversicherung ist.

Ein Unentschieden zur Pause wäre durchaus gerecht gewesen. Aus Sicht der Kronen kam es dann aber leider anders.

Nach einem Eckball in der 44. Minute landete der Ball irgendwie hinter der Linie. Die Goldacher führten zur Pause mit 0:1.

2. Halbzeit

SCB 2 – Trainer Pascal Frommenwiler fand in der Halbzeitansprache offenbar die richtigen Worte. Wie schon in der Spielvorbereitung sprach er davon, dass man derartige Spiele nicht zwangsläufig mit spielerischen Mitteln, sondern viel eher mit mentaler Stärke gewinnt.

In der 52. Minute kamen Vedat Ardic und Yanik Zimmermann für Noah Grüter (erstmals wieder im Aufgebot seit der schlimmen Verletzung vom 12.10.2014) und Joshua Keller. 

Mit frischen Kräften wirbelten Ardic und Zimmermann dann gleich so richtig los!

In der 55. Minute konnte sich der Goldacher Fabian Fust im 1 gegen 1 mit Vedat Ardic nur noch mit einer üblen und schmerzhaften Notbremse aus der Bredouille ziehen und sah dafür auch folgerichtig die rote Karte. Vedat Ardic blieb in dieser Aktion zum Glück unverletzt. 

Die Brühler nahmen die Überzahl als zusätzliche Motivationsspritze und drehten jetzt ganz klar im roten Bereich. Goldach war vom Platzverweis sichtlich geschockt und konnte minutenlang nicht mehr dagegenhalten.

Der SCB 2 erspielte sich jetzt in fünf Minuten mehr Torchancen als während der gesamten ersten Halbzeit. Das Tor lag in der Luft, so viel stand fest.

In der 62. Minute konnte Niklas Roelli nach herrlicher Vorarbeit von Eric Hug dann zum erlösenden 1:1 einschieben. 

Die Brühler wollten sich mit dem Punkt nicht zufrieden geben, es lag mehr drin. Der FC Goldach musste aufgrund des Platzverweises gezwungenermassen seine Taktik umstellen. Wirkliche Gegenwehr kam von den Gästen aber keine mehr.

Der SC Brühl 2 kontrollierte und dominierte jetzt ganz klar dieses Spiel.

In der 85. Spielminute dann der grosse Auftritt von Eric Hug. In der Vorwärtsbewegung setzte er sich entscheidend im 1 gegen 1 durch, verschaffte sich mit einem Tempo-Dribbling ins Zentrum etwas Raum und zog dann aus der Drehung aus gut 20 Meter ab – 2:1! 

Unfassbar! Der SC Brühl 2 hat die Partie gegen den Aufstiegskandidaten mit einer geschlossenen Teamleistung und ganz viel Herzblut noch gedreht.

In der 88. Spielminute ersetzte Florian Sander den ausgepowerten Remo Kleinheinz, der am vergangenen Donnerstag noch am Auffahrtslauf in der Kategorie Halbmarathon lief.

Dank einer grandiosen zweiten Halbzeit gewinnen die Brühler absolut verdient mit 2:1 und sichern sich drei wichtige Punkte im Kampf um den Ligaerhalt. 

Match-Interview mit Pascal Frommenwiler: 

Was ging dir beim 2:1 durch den Kopf?

Solche Momente sind unbezahlbar und kaum mit Worten zu beschreiben.

Wir befinden uns im Abstiegskampf, liegen gegen den Zweitplatzierten zur Pause zurück und drehen letztlich die Partie noch.

Unglaublich!

Wie spielstark war der Gegner?

Ich glaube vor allem in der ersten Halbzeit hat Goldach gezeigt, dass sie nicht ganz zufällig auf dem zweiten Platz in der Tabelle stehen.

Sie können blitzschnell umschalten und sind auch aus der Distanz gefährlich, wie man beim Pfostenschuss sah beziehungsweise hörte.

Ich bin mir ganz sicher, dass Goldach im Kampf um den Aufstieg noch ein Wörtchen mitreden wird.

Nach der 4:0 Pleite in Staad heute mit einer grandiosen Teamleistung. Wie ist das möglich?

Es ist wichtig, dass der Trainer in einer solchen Phase die Spieler erreichen kann. Ebenso müssen die Spieler aber auch untereinander eine offene Kommunikation pflegen.

Trotz Ernst der Lage bewahren wir einen kühlen Kopf.

Im Vordergrund steht der Klassenerhalt, dafür arbeiten wir hart.

Siege werden geteilt, Niederlagen werden geteilt.

Wir sind ein voll funktionsfähiges Team, das mittlerweile Freundschaften entstehen liess.

War der Sieg von Rorschacherberg über Staad die nötige Motivationsspritze?

Zugegeben habe ich mich gefreut, dass Rorschacherberg sein Spiel gegen Staad gewinnen konnte.

Wirft man einen Blick auf die Tabelle ist das aber auch nachvollziehbar.

Dank dem heutigen Sieg konnten wir den Abstand wieder auf sechs Punkte vergrössern.

Es bleibt spannend bis zum letzten Spiel.

Was hat dir heute am besten gefallen?

Die Bereitschaft meiner Spieler persönliche Interessen zu Gunsten der ganzen Mannschaft auszuklammern.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Spiel treffen wir auf den FC Au-Berneck.

Ich erwarte ein äusserst schwieriges Spiel.

Bislang konnten wir so genannte „6-Punkte-Spiele“ noch nie gewinnen, wäre also schön, wenn wir irgendwann damit anfangen.

In vier Wochen ist die Saison 2014/15 vorbei. Wo wird die Mannschaft stehen und wie geht es bei dir weiter?

Die Mannschaft wird verdientermassen den Ligaerhalt schaffen.

Wie es bei mir weitergeht weiss ich noch nicht. Betreffend Saisonplanung 2015/16 habe ich seitens SC Brühl bis heute noch nichts gehört.

Schlusswort?

Ich danke allen SCB 2 – Freunden für die tolle Unterstützung!

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