18.10.2014: FC Neukirch-Egnach : SC Brühl 3:1 (1:1)

Absteiger aus der 3. Liga gegen Aufsteiger aus der 5. Liga. Mit dem FC Neukirch-Egnach und dem SC Brühl treffen zwei Mannschaften mit ganz unterschiedlicher Zielsetzung aufeinander. Während der FCNE den direkten Wiederaufstieg anpeilt, müssen die Kronen in der 4. Liga zunächst einmal ankommen. Anhaltende Personalprobleme auf Seiten der Gäste machen die Sache nicht einfacher. Mit Daniel Markaj steht bereits der fünfte Torhüter im siebten Spiel zwischen den Pfosten.

 

 

 

1. Halbzeit:

Um 18.00 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie an.

Die Anfangsphase bot wenig Spektakel. Aufgrund der guten Defensivarbeit beider Mannschaften fand man noch keine Räume und mit vertikalen Pässen gefährlich genug vor das jeweilige Tor vorzudringen.

Das Heimteam wollte noch nicht, die Gäste konnten noch nicht. So der Eindruck.

Die erste gefährliche Szene gehörte den Kronen. Nach einem Vorstoss über die linke Seite kam Vedat Ardic aus guter Distanz zum Abschluss. Der Schuss verfehlte zwar das Ziel, war aber trotzdem als gute Offensivaktion zu werten.

Das Heimteam übte sich in Geduld und lauerte auf Konter. Das Umschalten von der Defensive in die Offensive klappte beim FCNE sehr gut. Immer wieder wurden die schnellen Flügel in Szene gesetzt.

Ein klares Chancenplus zu Gunsten des Tabellenführers – wie man es aufgrund der Zahlen vielleicht hätte erwarten können – war nicht auszumachen. Der SC Brühl stand insgesamt gut geordnet und kompakt. 

Es lag in der Luft, dass eine Standardsituation wohl der Schlüssel zum Erfolg sei wird.

Bei einem Klärungsversuch im Strafraum der Kronen entschied der Unparteiische auf Elfmeter zu Gunsten des Heimteams. Der FCNE nahm dankend an und verwertete sicher zur 1:0 Führung.

Die Kronen liessen sich vom Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen. Bis anhin konnte man mit dem Leader der Gruppe 4 gut mithalten. Die Gäste müssen sich einzig den Vorwurf gefallen lassen, dass sich der FCNE im Umgang mit Fouls einfach wesentlich cleverer anstellt. Körperkontakt und der Ausruf „Hey, Schiri!“ waren nahezu synchron. Ein Erfolgsrezept.

Ist der SC Brühl 2 einfach zu nett?

Es kam zum Freistoss für Brühl. Sven Messmer bediente den frei stehenden Eric Hug mit einer perfekten Flanke. Hug köpfte zum 1:1 ein. Das Spiel beginnt also wieder von vorne. 

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff kam Brühl nochmals zu einer guten Chance als mit einem hohen Ball Joël Coka im Sturm angespielt wurde. Coka, der ordentlich Laufmeter abspulte und genau das umsetzte, was Trainer Pascal Frommenwiler von ihm erwartet hat, konnte den Ball kontrollieren, wurde in der Vorwärtsbewegung dann aber gefoult.

Der Pfiff blieb aus. Pausenstand 1:1.

2. Halbzeit:

Beide Mannschaften starteten gut in die zweite Hälfte. Auf Seiten beider Teams war nichts von einem zündenden Offensivfeuerwerk zu sehen. Das Spiel war eine Mischung aus qualitativ gutem Fussball und einer Portion Geduld wie bei Schach.

Ein Flüchtigkeitsfehler kann ausreichen um ins Hintertreffen zu geraten. So kam es dann auch.

Nach einem Freistoss brachte der SCB 2 den Ball nicht aus der Gefahrenzone heraus. Irgendwann landete das Leder dann vor den Füssen des Gegners. Auch hier bewies der FCNE die nötige Cleverness eines angehenden Aufsteigers. Anstatt einfach drauf zu halten, entschied sich der Spieler für den Lopp aus nächster Distanz.

Schon wieder ein Gegentor durch einen Lopp? Ganz genau. Vierte Loppversuch, viertes Gegentor.

Ein sehenswerter Treffer zum 2:1.

Brühl liess sich auch diesmal nicht aus der Ruhe bringen und spielte konzentriert weiter. Anbetracht der laufenden Zeit war klar, dass alle Aktionen einen Tick offensiver sein mussten. Gleichzeit will man aber auch nicht dem FCNE ins offene Messer laufen. Die richtige Mischung zu finden war die Herausforderung.

Als Brühl selber zu einem vielversprechenden Konter ansetze verlor man unnötig den Ball in der Vorwärtsbewegung. Der FCNE setzte zum Konter an und vollendete diesen mit einem herrlichen Schuss aus gut 25 Meter ins untere Eck zum 3:1.

War’s das jetzt? Nein!

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war der SC Brühl die klar spielstärkere Mannschaft. Der FCNE begann schon früh auf Zeit zu spielen und wurde dafür auch richtigerweise mit dem gelben Karton verwarnt. Die Kronen hatten sich noch nicht aufgegeben.

Aber Kampf, ohne Wettkampfglück, bringt nichts.

Nach einem Eckball der Brühler konnte der FCNE gerade noch klären. Wie sich aufgrund eines Zuschauers, der direkt neben dem Tor stand, herausstellte, war der Ball bereits hinter der Linie. Der Schiedsrichter gab den Treffer aber nicht. Glück für den FCNE!

Nur einen Moment später nochmals eine brenzlige Situation. Fabio Kleinheinz wurde im gegnerischen Strafraum klar am Trikot gezogen, weshalb er seine Aktion nicht zu Ende spielen konnte. Besonders bitter deshalb, weil er den Ball trotz des Fouls bereits im Netz untergebracht hat. In der Folge Elfmeter oder Tor; der Referee entschied auf weder noch. Gleich nochmals Glück für den FCNE!

Anstatt 3:2 und 3:3 hiess es am Schluss 3:1. Wettkampfglück sieht anders aus. 

Interview mit dem Trainer:

Gegen das Tabellenschlusslicht und jetzt gegen den Tabellenführer verloren. Trotzdem zufrieden?

Frommenwiler: „100% zufrieden ist man natürlich nur, wenn auch etwas Zählbares rausschaut. Nichtsdestotrotz haben wir ein gutes Spiel gezeigt. Für uns war klar, dass wir hier eigentlich nur gewinnen können. Gegen den Tabellenführer darf man verlieren. Unsere Punkte müssen wir gegen andere Gegner einfahren.“

Der SCB 2 hat im Moment alles andere als Wettkampfglück. Woran liegt das?

Frommenwiler: „Ja, das ist wohl so. Für uns ist klar, dass wir dann halt eben ohne Glück weitermachen. Wenn das Wettkampfglück eines Tages doch noch kommen will, dann werden wir es ja wohl merken. Irgendwann zählen dann auch unsere Tore und es bieten sich Chancen vom Elfmeterpunkt.“

Was unterscheidet den letzten Gegner FC Au-Berneck vom heutigen Gegner FC Neukirch-Egnach?

Frommenwiler: „Beim FCNE sieht man schon, dass eine Routine aus der 3. Liga vorhanden ist. Sie gehen es ruhig und sachlich an und kommen mit spielerischen Mitteln zum Erfolg. Was FCNE zeigt ist kein Zufallsprodukt. Man kann einen roten Faden erkennen.“

War darf man gegen den FC Widnau erwarten?

Frommenwiler: „Eine motivierte Mannschaft, die sich auf dem Platz nach besten Wissen und Gewissen verkauft!“

Ein Wort zum Torhüter Daniel Markaj?

Frommenwiler: „Daniel hat seine Sache sehr gut gemacht! Er ist ein toller Kerl! Es war wichtig für die Mannschaft zu wissen, dass wir endlich einmal wieder mit einem echten Torhüter in ein Spiel gehen können.“

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