26.05.2013: FC Winkeln – SC Brühl 1:3 (0:2)

Mit dem FC Winkeln wartet ein grosser Brocken auf den zuletzt leicht angeschlagenen SCB2. Die Tatsache, dass Winkeln einen Spieltag zuvor auswärts den Tabellenführer FC Teufen mit 0:5 regelrecht vom Platz geschossen hat, macht nicht gerade Mut. Trainer Pascal Frommenwiler sagte bereits im Vorfeld dieser Partie, dass seiner Meinung nach der FC Winkeln der stärkste Gegner in dieser Gruppe ist. In der Vorrunde führte der SC Brühl mit zwei Toren Unterschied, musste sich nach 90 Spielminuten dann aber mit 2:5 geschlagen geben. Auch in der heutigen Begegnung muss Frommenwiler auf Spieler wie Niklas Roelli, Daniel Born und Fabrizio Bonazza verzichten. Seitens SCB2-Trainer war die Devise klar: solange wie nur irgendwie möglich versuchen mitzuspielen. 

Der Schiedsrichter pfiff die Partie um 09.45 Uhr an. Wie zu erwarten legte der FC Winkeln gleich ordentlich los und kam bereits in der 2. Spielminute zu einer ersten Chance. Torhüter Marius Casaulta war allerdings zur Stelle. Nur eine Minute später hatten die Kronen das erste Mal wirklich ganz grossen Dusel als bei einem Getümmel im Strafraum Winkeln den Ball am Tor vorbeischob. Der SC Brühl verrichtete vor allem in den ersten zehn Spielminuten mehrheitlich Defensivarbeit. Erst als sich das erste Angriffsfeuer seitens Winkeln langsam legte vermochte man selbst in die Offensive zu gehen. 

In der 16. Spielminute zirkelte Michael Wagner, aufgrund des Spielverlaufs völlig unerwartet, den Ball aus ganz spitzem Winkeln irgendwie über den Torhüter ins Tor. Ob Absicht oder Flanke, weiss wohl nur der Torschütze selber. Der SC Brühl führte mit 0:1. Der unerwartete Führungstreffer schien Auftrieb und vor allem Mut gegeben zu haben.

Brühl hatte eine gute Phase und spielte sich verschiedene Angriffe heraus. Einzig beim Abschluss fehlte es sowohl an der nötigen Präzision als auch an Konzentration. Sich gegen den spielstarken FC Winkeln überhaupt Chancen herauszuspielen ist das eine, aber bei einer 4 gegen 2 Situation zu Gunsten der Kronen den letzten Pass irgendwo ins Niemandsland zu spielen, das andere. Konterfussball sieht definitiv anders aus!

In der 24. Spielminute war erneut der SC Brühl in der Vorwärtsbewegung. Auf einen Torschuss von Patrick Kaczmarek folgte ein Handspiel seitens Winkeln. Der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Fabio Kleinheinz liess sich nicht zweimal bitten und verwandelte absolut sicher zum 0:2. Wer hätte das gedacht. Wie schon im Hinspiel führte die 2. Mannschaft des SC Brühl mit zwei Toren Unterschied.

Der FC Winkeln wurde sichtlich stärker und tat mehr für das Spiel. Man wollte noch vor der Halbzeitpause den Anschlusstreffer erzielen. Vieles lief über Winkelns Nummer 10, die teilweise gleich zwei oder drei Brühler beschäftigte. Der SCB2 war am schwimmen, konnte sich nur noch mit hohen Bällen etwas Luft verschaffen. Winkeln drückte weiter und wurde in der 36. Spielminute entsprechend belohnt. Nach einem Foul im Strafraum fand sich nun auch das Heimteam am Elfmeterpunkt. Anschlusstreffer oder nicht? Nein! Der vermeintliche Schütze schoss den Ball weit über das Tor.

Mit viel Glück ging es dann in die wohlverdiente Halbzeitpause. Die vergangenen 45 Spielminuten waren intensiv, zerrten an den Kräften.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit machte das Heimteam dort weiter, wo es aufgehört hat. In der 48. Spielminute wurde ein Spieler des FC Winkeln unmittelbar vor dem Brühler Strafraum unsanft zu Boden gebracht. Schon wieder nach einer Standardsituation ein …? Ja genau, ein Tor?! Ja, schon wieder kassieren die Kronen nach einer Standardsituation ein Tor! Unglaublich, das gibt’s einfach nicht.

Vorweg: Die Kronen gaben die Führung nicht mehr aus den Händen. Denn für einmal sah man nach dem 1:2 kein Nervenflattern, sondern Kampfgeist und einen eisernen Willen das Ding zu gewinnen. In der 56. Spielminute verfehlte Tobias Krüsi nach einem Weitschuss aus knapp 30 Metern das Ziel nur ganz knapp. Wäre ein Jahrhundert-Tor geworden!

Je länger das Spiel dauerte, desto eher musste Winkeln die bis anhin sichere Abwehrkette auflösen. Den Kronen wurden dadurch gleich mehrfach Überzahlsituationen auf dem Silbertablett serviert. Zu nutzen vermochten sie jedoch keine. Sämtliche Versuche scheiterten am bekannten letzten Pass.

In der Nachspielzeit passierte dann doch noch etwas. Einmal mehr war es Patrick Kaczmarek, der im gegnerischen Strafraum gefoult wurde. Und weil es so schön war, schnappte sich Fabio Kleinheinz erneut das Leder und brachte den Sieg in trockene Tücher.

Der SC Brühl gewinnt gegen einen starken FC Winkeln mit viel Einsatz, Kampfgeist und dem nötigen Quäntchen Glück verdient mit 1:3.

PF PRO SOCCER sprach nach dem Spiel mit dem Kronen-Trainer Pascal Frommenwiler. 

Ihr habe mit Trauerbinden gespielt, was ist passiert?

Ja, das ist richtig. Der Grossvater von Fabio Kleinheinz, Kurt Agostini, hatte den 10. Todestag. Waschechten Brühlern muss ich nicht erklären, wer Kurt Agostini war. Die Mannschaft spielte heute in Gedanken an Kurt. Eine tolle Sache, dass die Mannschaft das Spiel gewinnen konnte.

Was war heute das Zünglein an der Waage?

Schwierig zu sagen. Spielerisch waren beide Mannschaften absolut auf Augenhöhe. Winkeln ist spielstark, extrem Ballsicher und abgeklärt. Wir haben versucht mitzuhalten, was uns sehr gut gelungen ist, aber gleichzeitig auch Unmengen an Kraft beansprucht hat. Aus meiner Sicht haben wir das Spiel gewonnen, weil wir vielleicht einen Funken energischer waren und uns dadurch das Glück erzwungen haben.

War das der schönste Sieg?

Für mich definitiv ja! Unbestritten ist jeder Sieg schön, aber wenn man einen von den Grossen schlägt, dann hat das schon mehr Gewicht als wenn man gegen das Schlusslicht gewinnt. Vor allem freut es mich auch, dass meine Mannschaft einen wirklich beeindruckenden Zusammenhalt bewiesen hat. Uns fehlen derweil verletzungsbedingt zahlreiche Spieler. Ich rechne es den Jungs hoch an, dass sie für ihre Kollegen in die Bresche gesprungen sind.

Schlusswort?

Ich schaue mir jetzt den grossen Preis von Monaco an. Tschüss vom Fussballplatz.

PF PRO SOCCER bedankt sich für das Interview mit Pascal Frommenwiler.

Sportliche Grüsse

PF PRO SOCCER

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