29.09.2012: FC Bühler – SC Brühl 1:3 (0:0)

Mit dem FC Bühler treffen die Kronen heute gegen die zweite von insgesamt vier Mannschaften aus dem Nachbarskanton Appenzell-Ausserrhoden. In der Pipeline stehen noch der souveräne Tabellenführer FC Teufen und der FC Herisau. In der Saison 2011/12 verlor man gegen Bühler mit 2:1.

Im Hinblick auf Bühlers Kunstrasen und allfälliges Regenwetter liess der Trainer unter der Woche mit verschiedenen Übungen die Ballan- und Ballmitnahme, den Pass, den Torschuss und die Technik in der Luft trainieren. Will man den Anschluss in der Tabelle nicht verlieren, dann sind 3 Punkte ein absolutes Muss. Packt der SCB II die Chance vorne dranzubleiben? 

In Sachen Wetter hatte Wetterfrosch Frommenwiler vorab schon einmal Recht behalten. Im Bühler schüttete es phasenweise wie aus Kübeln. Nach zwei Wochen Fussballabstinenz konnte der SCB II nun endlich wieder einen Ernstkampf bestreiten. Darüber freuten sich auch die einmal mehr zahlreich angereisten SCB-Fans. Mit Bier und Bratwurst in der Hand unterstützen sie lautstark ihre Mannschaft. Um 17.30 Uhr pfiff Schiedsrichter Sven Steger die Partie an.

Die Kronen zeigten sich von Beginn an aggressiv und betrieben permanentes Forechecking. Bühler konnte teilweise kaum einen sauberen Aufbau betreiben. Die Rechnung schien aufzugehen. Bereits in den ersten 15 Spielminuten hatte der SCB zwei vielversprechende Torchancen. Die Platzverhältnisse waren für beide Mannschaften äusserst schwierig zu spielen. Wegen des nassen Untergrunds waren abrupte Richtungswechsel nahezu unmöglich. Folglich musste hauptsächlich mit vertikalem Passspiel Raum und Zeit gewonnen werden.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten kam dann aber auch der FC Bühler so langsam ins Spiel. Nach einem Patzer von Hintermann Casaulta konnte Kapitän Pascal Möller gerade noch auf der Linie klären und so den sicheren Rückstand verhindern. Doch damit nicht genug. Pascal Möller trat während dem Spiel gleich nochmals als Retter in letzter Sekunde auf. Mit einer spektakulären Flugeinlage kratzte er den Ball erneut von der Linie. Die Gegner protestierten, dass der Ball bereits hinter der Linie war. Es stellt sich einmal mehr die Frage, ob eine Torkamera Sinn macht oder nicht. Aufgrund der Flugbahn des Balles nach der Rettungsaktion – vor der Querlatte senkrecht in den Himmel – muss davon ausgegangen werden, dass der Ball nicht hinter der Linie war. 

Der SC Brühl war klar die spielstärkere Mannschaft. Vor allem in der Offensivarbeit sah man schon gewisse Automatismen. Fabio Kleinheinz spielte seine Position als Sechser im zentralen defensiven Mittelfeld hervorragend. Immer wieder konnte er mit präzisen Zuspielen auf die Flügelflitzer Niklas Roelli und Kadir Sari dem Angriffsspiel die nötigen Impulse verleihen. Auch Fabian Nufer, der sowohl für Kleinheinz im zentralen defensiven Mittelfeld als auch auf der Aussenposition agierte, absolvierte ein super Spiel.

Aber ganz generell, kritisierte man gegen Neckertall-Degersheim noch das defensive Mittelfeld, muss man ihnen heute ein Kränzchen binden. Ebenso der Abwehr. Die Hintermänner Luca Poltera, Tobias Krüsi, Pascal Möller und Simon Ilonga liessen überhaupt nichts anbrennen. Es war nichts mehr zu sehen von Angsthasenfussball. Hart aber fair geführte Zweikämpfe waren das Rezept. Besonders Luca Poltera schien seinen Spass daran gefunden zu haben auf dem nassen Untergrund in Richtung Gegner zu driften.

Obwohl die Kronen den FC Bühler gleich mehrfach in Bedrängnis brachten, hiess es zur Pause 0:0.

Trainer Pascal Frommenwiler war sichtlich unzufrieden. Seine Pausenansprache war wahrscheinlich bis ins heimische St. Gallen zu hören. Der Grund für seine Aufregung war, dass man nichts aus den Abprallern des Torhüters machte. Kein Mensch spekulierte auf die zweiten Bälle. Dabei war klar ersichtlich, dass Bühlers Hintermann so seine Probleme hatte. Gleich mehrfach konnte er den Ball nicht auf Anhieb unter Kontrolle bringen.

Auch in der zweiten Halbzeit drückten die Kronen sofort wieder aufs Gaspedal. Die Ansprache schien gefruchtet zu haben. Endlich setzten Stürmer und offensive Mittelfeldspieler beim Abschluss nach und spekulierten auf die zweiten Bälle. Brühl hatte das Zepter nun fest in der Hand.

Und so kam es wie es kommen musste. Niklas Roelli wurde im gegnerischen Strafraum mit unerlaubten Mitteln zu Fall gebracht. Roelli konnte einem sowieso Leid tun. Er steckte während 90 Minuten Fouls in der Anzahl von drei Spielen zusammen weg. In der 59. Minute traf dann Fabio Kleinheinz vom Elfmeterpunkt sicher zur 0:1 Führung. Der Jubel war entsprechend gross als endlich die Kugel im gegnerischen Kasten verschwand.

Die Freude hielt allerdings nicht lange an. In der 61. Spielminute wurde nach einem Handspiel im Strafraum nun auch dem FC Bühler ein Elfmeter zugesprochen. Es folgte das zwischenzeitliche 1:1.

Auf Brühls Ersatzbank herrschte von nun an Betrieb. Trainer Frommenwiler wechselte Fabrizio Bonazza, Kadir Sari und Vedat Ardic ein. Das schien sich im späteren Verlauf noch zu bewähren. Vedat Ardic war es dann auch, der in Minute 66. die erneute Führung herstellte.

Es standen noch 24 Spielminuten auf der Uhr. In der Schlussphase überstürzten sich dann die Ereignisse. Jeweils eine rote Karte auf beiden Seiten, gefährlich viele Freistösse für den FC Bühler, 4 Corner innerhalb von 10 Minuten für das Heimteam und vieles mehr. In der Nachspielzeit erlöste dann schliesslich Fabrizio Bonazza den SC Brühl und traf zum 1:3 Schlussresultat. Der SCB II gewann eine hart umkämpfte Partie. 

PF PRO SOCCER sprach am Tag nach dem Spiel mit dem Trainer Pascal Frommenwiler.

Mit den Einwechslungen von Vedat Ardic und Fabrizio Bonazza hast du ein goldenes Händchen bewiesen, Zufall?

Goldenes Händchen hin oder her. Mich freut es, dass sowohl Vedat als auch Fabrizio getroffen haben. Vedat leitete mit dem Treffer zum 1:2 das Spiel in die richtigen Bahnen und Fabrizio sorgte mit dem 1:3 für den vorzeitigen Knockout. Der Trainer darf ja auch Mal etwas richtig machen, in diesem Fall waren es die Einwechslungen (lacht).

Gab es hinterher böse Stimmen, weil drei Spieler während 90 Minuten auf der Bank sassen?

Meine Aufgabe ist es zu gewinnen. Ich habe diesbezüglich schon mehrfach gesagt, das ich nicht auf die Einsatzzeit sondern einzig und alleine darauf achte, welche Mittel ich zur Verfügung habe um nach bestem Wissen und Gewissen 3 Punkte einzufahren.

Dazu kommt, dass ich ja auch aufgrund der Trainings beurteile. Defizite lassen sich nicht schön reden. Einwechslungen sind nur dann sinnvoll, wenn trotz eines neuen Spielers das vorherige Level gehalten oder womöglich sogar noch gesteigert werden kann.

Im Juniorenfussball habe ich darauf geachtet, dass jeder Spieler in etwa gleich lange zum Einsatz kommt. Im Aktivfussball zählt einzig und alleine das Resultat. Würde es zur Pause 0:3 heissen, dann hätte ich auch Spielzeit ermöglichen können. Fakt ist aber, dass es zur Halbzeit 0:0 stand.

Ich habe alles richtig gemacht und würde es unter den gleichen Bedingungen wieder so machen.

Bei Fabrizio Bonazza hast du hellseherische Fähigkeiten bewiesen, was ist passiert?

Am 25. September 2012 / 20.55 Uhr schrieb ich Fabrizio, dass er sein Tor gegen Bühler erzielen wird. Die WhatsApp Nachricht kam deswegen zustande, weil Fabrizio sich oft viel zu viele Gedanken um das Tore schiessen macht. Dadurch verunsichert er sich nur selber.

In den letzten Wochen waren vermehrt Stimmen zu hören, dass er in der Funktion als Stürmer zu wenig Tore erzielt. Dieser Vorwurf ist absoluter Blödsinn und brauche ich deswegen nicht weiter zu kommentieren. Fabrizio hat sehr gute Offensivqualitäten und ist ein top Athlet.

Ich bin der Trainer, deswegen habe ich auch Recht. Diskussion geschlossen.

Vedat Ardic sah bei seiner Auswechslung auch nicht sonderlich erfreut aus. Wie ist das zu verstehen?

Kennt ihr einen Spieler, der sich freut ausgewechselt zu werden? Ich erlebe es jede Woche, dass Vedat sowohl im Training als auch im Spiel seine eigene Leistung äusserst kritisch hinterfragt und bewertet. Eine Eigenschaft, die ich persönlich sehr an ihm schätze.

Er ist ein launischer Spieler, was nicht negativ zu verstehen ist. Seine fussballerischen Fähigkeiten sind einwandfrei. Er gewinnt die meisten seiner Zweikämpfe, kann mit dem Ball am Fuss etwas anfangen und hat vor allem einen satten Schuss.

Wenn ich ihn nicht wegen taktischer Änderungen aus dem Spiel nehme, dann deswegen, weil er noch nicht sein ganzes Potential abgerufen hat. Eine kleine Denkpause bewirkt vereinzelt wahre Wunder.

Nehmen wir Wunder als Stichwort, was passierte nach seiner Einwechslung? Er erzielte das so wichtige 1:2. Auch spielte er um Längen besser als während der gesamten ersten Halbzeit. Vedat ist ein guter Typ. Ich bin froh ihn in der Mannschaft zu haben.

9 von 12 möglichen Punkten, wie fühlt man sich da?

Gut. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Es wird das umgesetzt, was ich von ihnen verlange. Und glaubt mir: Ich verlange viel.

Auf welchem Platz geht ihr in die Winterpause?

Bis zur Winterpause stehen noch 5 Spiele an, folglich sind noch 15 Punkte zu vergeben. Alles andere interessiert mich jetzt nicht. Es kommt so wie es kommen muss.

Irgendwelche Schlussbemerkungen?

Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft. Der Auftritt gegen den FC Bühler hat gezeigt, dass wir nicht zum Scherzen aufgelegt sind. Eiskalt serviert schmeckt es am besten.

Herzliches Dankeschön an Simon Ilonga, der zu Gunsten des Teams in der Abwehr ausgeholfen hat. Ich habe von Simon nichts anderes erwartet als eine fehlerfreie Vorstellung. Und wisst ihr was? Seine Leistung war fehlerfrei, von A bis Z perfekt.

Und warum unsere Gruppe schwach sein sollte, weiss ich nicht. Warum ich das sage? Fragt Marius Casaulta… Unser lieber Torhüter hat das Gefühl, dass wir in einer schwachen Gruppe spielen. Marius, ich hoffe Mal nicht, dass sich unsere Gegner vorab diesen Bericht anschauen. Falls doch, dann stelle dich auf äusserst bissige Stürmer ein 🙂 Ich bin sicher du kannst mit dem Druck umgehen. Hoffe ich jedenfalls…

PF PRO SOCCER bedankt sich für das Interview. Wir bleiben am Ball!

Sportliche Grüsse

PF PRO SOCCER

Details zum Spiel: 

53. Spielminute: gelbe Karte Kadir Sari
59. Spielminute: 0:1 Fabio Kleinheinz (Penalty)
61. Spielminute: 1:1 Gegner (Penalty)
66. Spielminute: 1:2 Vedat Ardic
80. Spielminute: gelbe Karte Pascal Möller
85. Spielminute: gelb/rote Karte Kadir Sari
90. Spielminute: 1:3 Fabrizio Bonazza

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2 Kommentare zu 29.09.2012: FC Bühler – SC Brühl 1:3 (0:0)

  1. Pombi sagt:

    Geili sieche!!!!

  2. Dejan sagt:

    Eifach geil Jungs!
    @Pascal: Danke für die usführloche Matchbricht,
    macht Spass die z lese!

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