26.08.2012: FC Urnäsch – SC Brühl 2:3 (1:1)

Für das erste Meisterschaftsspiel der Saison 2012/13 reiste das Team von Cheftrainer Pascal Frommenwiler nach Urnäsch in den Kanton Appenzell Ausserrhoden. Über diese Begegnung wurde bereits im Vorfeld schon intensiv diskutiert. Ist bei der Mannschaft eine grundsätzliche Veränderung erkennbar? Wie gut lässt sich das neue Spielsystem 4-3-2-1 in die Tat umsetzen? Gelingt dem neuen Trainer ein optimaler Saisonstart? Können die Kronen nach einer derart langen Serie von Niederlagen endlich wieder einmal als Sieger vom Platz gehen? 

Um 16.20 Uhr betrat die Mannschaft das Spielfeld. Man sah richtig, nicht nur im Training sondern auch beim Aufwärmen waren die Laufleitern ein fixer Bestandteil. In einer Spielform wurde dann nochmals das Kurzpassspiel geübt. Die Spieler waren gut drauf und langsam aber sicher legte sich auch die Nervosität. Frommenwiler sagte der Mannschaft immer und immer wieder, dass sie den Spass an der Sache suchen muss. Lust auf Fussball hatte jeder! Während der Mannschaftsbesprechung schauten sich Trainer und Team in der Kabine ein Video der zehn schönsten Champions League Tore aus der Saison 2011/12 an. Gibt es eine bessere Motivationsspritze?

Um 17.00 Uhr pfiff Schiedsrichter Adnan Karkic die Partie an. Die Brühler nahmen von Beginn weg das Zepter in die Hand. Die Kronen hatten während der ersten zwanzig Minuten deutlich mehr Ballbesitz. Die von Trainer Frommenwiler geforderten vertikalen Pässe fanden mehrheitlich ihren Adressaten. Immer wieder erarbeitete man sich Torchancen. Das Umschalten von 4-3-2-1 in der Offensive auf  4-5-1 in der Rückwärtsbewegung klappte gut. Auch die Körpersprache der Kronen war unmissverständlich. Man ist nach Urnäsch gereist um zu gewinnen und nicht um neue Brieffreunde zu finden!

Für den Aufwand belohnte sich der SCB kurz vor der dreissigsten Minute dann gleich selber und ging verdient mit 0:1 in Führung. Vedat Ardic zog aus der zweiten Reihe ab und endlich zappelte die Kugel im Netz. Anstatt wie bis anhin weiterzuspielen und den Score zu erhöhen zog man sich zurück. Plötzlich ging man nicht mehr konsequent in die Zweikämpfe, Fehlpässe häuften sich und wegen taktischer Unordnung brachte sich Brühl völlig unnötig in Bedrängnis. Dank grandiosen Paraden von Marius Casaulta stand nach wie vor die Null, aber wie lange noch? Plötzlich war Sand im Getriebe. Von einem sauberen Spielaufbau war phasenweise überhaupt nichts mehr zu sehen. Casaulta zu diesem Zeitpunkt längst unter Dauerbeschuss geraten, hielt aber permanent dagegen.

Zum Leidtragen der knapp vierzig mitgereisten Brühler-Fans konnte Urnäsch noch vor dem Seitenwechsel ausgleichen. Es hätte sogar noch schlimmer kommen können. Wieder war es Marius Casaulta, der den Ball gerade noch an die Latte abfälschen konnte und so das 2:1 verhinderte. Frommenwiler zog die für die zweite Halbzeit geplanten Spielerwechsel vor und sorgte dadurch für die nötigen Spielunterbrechungen. 1:1 hiess es zur Pause.

In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit überschlugen sich dann zunächst die Ereignisse. Nach einem Rencontre in Brühler Strafraum wurde dem FC Urnäsch ein Elfmeter zugesprochen. War es das? Nein! Die freundlichen Appiizeller machten die Rechnung einmal mehr ohne Torhüter Casaulta. Dieser parierte den Elfmeter. Brühl durfte also weiterhin um den Sieg mitspielen!

Endlich wurde der Vorwärtsgang wieder eingelegt und die Spielrichtung klar auf das Gehäuse der Gastgeber ausgereichtet. Der FC Urnäsch stand tief in der eigenen Platzhälfte und konnte sich kaum noch befreien. Der SC Brühl zeigte sich geduldig und erarbeitete sich Torchancen. So kam es, dass Fabian Nufer ein kleine Unachtsamkeit des Gegners ausnutzen konnte und das 1:2 erzielte. Wieder lagen die Kronen in Front und wieder stellte sich nach der Führung der Schlendrian ein. Es kam wie es kommen musste. Der FC Urnäsch konnte erneut ausgleichen. Die Brühler-Welt stand für einen kurzen Moment still. Ratlosigkeit war vorhanden. Warum verdammt nochmal schon wieder?! 0:1, 1:1, 1:2, 2:2.

In den letzten fünfzehn Spielminuten drehten die Kronen dann aber so richtig auf. Es folgten vielversprechende Torchancen im Minutentakt. Einzig die Verwertung liess zu wünschen übrig. Man liess sogar zwei 1 gegen 1 Situationen mit dem Urnäscher Torhüter ungenutzt stehen. Kadir Sari genügte eine einzige Torchance. Mit einem platzierten Torschuss sorgte er für die erneute Führung.

Dann war es soweit. Nach vier Nachspielminuten pfiff Schiri Karkic die Partie ab. Brühl kann also doch noch gewinnen. Am Tag nach dem Spiel sprach PF PRO SOCCER mit dem Trainer.

Was ging dir beim Schlusspfiff durch den Kopf?

Geschafft! Yes!!!!!!!!! Yes!!!!!!!!!

Nicht mehr?

Solche Momente kann man nicht beschreiben. Ich freute mich einfach nur für meine Mannschaft und den ganzen Verein. Zuschauer und sogar Vertreter des Vorstandes haben die Reise nach Urnäsch auf sich genommen um uns zu unterstützen. Was gibt es schöneres als sich mit einem Sieg zu bedanken?

Du hast eine endloslange Negativserie beendet, wie fühlt man sich da?

Ich will festhalten, dass nicht ich, sondern meine Spieler auf dem Platz standen. Sie alle haben sich für diesen Sieg den Arsch aufgerissen. Mich persönlich freut es, dass ich Ansätze meiner Arbeit im Spiel erkennen konnte. Ich trainiere nicht irgendwo ins Blaue hinaus. Die Trainings werden so konzipiert, dass wir das Erlernte im Spiel dann ummünzen können. Es ist wie ein Puzzle. Wir sind jetzt mit dem Rahmen rundherum beschäftigt.

Gibt es schon viele Schulterklopfer?

Ja, klar gab es Gratulationen von Leuten, die bei einer Niederlage dann wieder gegen den Trainer und die Mannschaft sprechen. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken.

Wird jetzt alles anders?

Ich denke wir müssen realistisch sein und auch bleiben. Ich betrachte diesen Sieg als Lebenszeichen, (noch) nicht aber als richtungsweisend. Es passte einfach alles. Nach wie vor haben wir verschiedenste Baustellen. Jetzt schon von schönem Wetter zu sprechen wäre naiv, dumm und völlig unangebracht. Belassen wir es doch einfach bei diesem Sieg, geniessen den Moment und die Freude und machen einfach weiter. Gegen den spielstarken FC Appenzell sieht die Welt vielleicht schon wieder ganz anders aus.

PF PRO SOCCER bleibt am Ball. Der Matchbericht zum Spiel gegen den FC Appenzell wird im gewohnten Service publiziert.

Sportliche Grüsse

PF PRO SOCCER

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2 Kommentare zu 26.08.2012: FC Urnäsch – SC Brühl 2:3 (1:1)

  1. Möller sagt:

    Super Spiel, 3 Punkte! Danke an das Team, Trainer und Fans.
    Weiter so…

  2. Marius sagt:

    Danke für den Einsatz, so machts spass..

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